Meine Herkunft und mein Beruf prägen mich.
Als ich 8 Monate alt war, zogen meine Eltern mit mir nach Dortmund. Ich war der Älteste von drei Jungen. Wir wohnten im Jungferntal, in einer typischen Bergarbeitersiedlung. 85 Prozent der Väter arbeiteten bei der Ruhrkohle oder bei Hoesch. Auch mein Vater war Hauer, später Heizungsinstallateur.
Meine Volksschullehrerin empfahl mich für die weiterführende Schule. Da meine Eltern befürchteten, mich im Gymnasium nicht unterstützen zu können, besuchte ich „nur" die Wilhelm-Röntgen-Realschule. Nach einer Ausbildung zum Technischen Zeichner in Marten machte ich mein Fachabitur in Hamm und studierte an der Fachhochschule in Köln. Ich bin stolz darauf, meine Zeit in der Fachoberschule und Fachhochschule komplett selbst finanziert zu haben.
Heute arbeite ich als Ingenieur für Technische Gebäudeausrüstung und Umwelttechnik bei einem bundesweit tätigen Ingenieurbüro für Krankenhaustechnik. Großbauvorhaben wie das Universitätsklinikum in Halle an der Saale, die Universitätskliniken in Dresden sowie Umbaumaßnahmen bei laufendem Krankenhausbetrieb wie für das Knappschaftskrankenhaus Dortmund-Brackel wurden von mir betreut. Ich entwickele alternative Technikkonzepte und bin vom Vorentwurf bis hin in die konkrete Ausführungs- und Finanzierungsplanung im jeweiligen Bauprojekt involviert. Die systematische Rückkopplung von Theorie und Praxis gehört selbstverständlich dazu.
Mit meinen Erfahrungen aus 36 Berufsjahren kenne ich ein großes Spektrum der zukunftsorientierten Technologien. Daraus kann ich konkrete Vorstellungen ableiten, wie der ökologische Umbau unserer Gesellschaft realisiert werden könnte.
Aus meiner eigenen Biografie heraus weiß ich, was harte, körperliche Arbeit ist, aber auch was eine solide Bildung und ein krisensicherer Arbeitsplatz bedeuten. Daher nehme ich die Sorgen der Menschen speziell bezüglich ihrer Arbeitsplatzsituation ernst.
Deshalb möchte ich in führender Verantwortung dazu beitragen, dass wir in Dortmund eine sozial gerechte und verantwortungsbewusste, generationsübergreifende Politik gestalten. Denn nicht nur die Bundes- und Landespolitik, sondern auch die Kommunalpolitik stellt unmittelbar Weichen für eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung und trägt so eine große Verantwortung für die Menschen dieser Stadt.
Meine Entscheidung für die Politik
25 Jahre politische Arbeit in Dortmund: Bürgerinitiativen, Bezirksvertretungen, Rat der Stadt Dortmund
Ende der 1970er Jahre war ich sehr aktiv in der Anti-AKW-Bewegung, in der Umweltschutz- und Friedensbewegung. Ich wohnte in einem Studentenwohnheim in Köln-Rodenkirchen. Der Anteil ausländischer Studierender war hier überproportional hoch. Sie kamen z. B. aus Marokko, Afghanistan, Iran und stammten aus einer gutbürgerlichen Schicht, waren sensibilisiert, nachdenklich, mit vielen Ereignissen in ihren Heimatländern nicht einverstanden. So lernte ich unmittelbar die Situation der Kurden in der Türkei, der Afghanen nach dem sowjetischen Einmarsch und die der Iraner unter dem Schah kennen. Ich war aktiv bei Amnesty International, wir kämpften für Einzelne. Erschüttert musste ich hinnehmen, dass ein Freund abgeschoben wurde.
Diese persönlichen Erfahrungen prägten mich. Mir wurde klar: Du musst dich politisch engagieren. So trat ich 1982 bei den GRÜNEN ein, zunächst in Mettmann, dann in Dortmund. Es gab viele Themen: die Neubausiedlung Dorstfeld-Süd auf einem vergifteten Kokereigelände, das Chemiewerk Amalia in Bochum-Harpen, die geplante Bodenverbrennungsanlage der Firma Züblin an der Huckarder Straße, die angedachte Mengeder Müllverbrennungsanlage sowie der Aufbau der Parteistrukturen im Kreisverband. Nach zehn Jahren kommunalpolitischer Arbeit in den Bezirksvertretungen in Huckarde und Lütgendortmund wurde ich 1994 in den Rat der Stadt gewählt. Meine Themen waren Umwelt, Wohnen und Verkehr. Bei der Stadtplanung und verwandten Aufgaben kooperierte ich eng mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND).
Als neuer Schwerpunkt kamen die Finanzen dazu. Ich bereitete die Haushaltsberatungen vor und koordinierte sie. Ich weiß um die engen Verflechtungen zwischen Kommunalpolitik und kommunalen Tochterunternehmen und bringe mich dort aktiv ein. Seit 2001 bin ich Fraktionssprecher. 2004 organisierte ich mit Daniela Schneckenburger, Hilke Schwingeler und anderen den Koalitionsvertrag und handelte ihn mit den Verhandlungsführern der SPD, Dr. Gerhard Langemeyer und Ernst Prüsse aus.
Mir ist wichtig, etwas für die Stadt zu tun, in der ich groß geworden bin und in der ich gerne lebe. Daher habe ich meinen politischen Schwerpunkt auf Dortmund gelegt. Hier engagiere ich mich. Ich sehe die Herausforderungen einer Großstadt und bin überzeugt davon, dass wir in Dortmund umsteuern müssen: für neue, zukunftsorientierte Wirtschaftbereiche und krisensichere Arbeitsplätze und für ein ökologisches und soziales Dortmund.
Ich baue auf meinen kommunalpolitischen und beruflichen Erfahrungen auf und will mit Ihnen den Weg in eine gute gemeinsame Zukunft gehen und weiterhin Verantwortung für Dortmund übernehmen - als Ihr GRÜNER Oberbürgermeister!
Meine Kandidatur
Mit meiner Nominierung setzen die GRÜNEN einen eindeutigen Gegenpol zu den anderen Parteien. Wenngleich wir in vielen Punkten mit unserem bisherigen Koalitionspartner SPD gut zusammen arbeiteten: Für mich und meine Parteifreund/innen ist zum Beispiel die Positionierung der SPD für einen Ausbau des Flughafens und eine Betriebszeitenverlängerung des Flugbetriebs der falsche Weg. Auch können wir die SPD-Meinung zum Kohlekraftwerk in Hamm und ihre repressive Haltung gegenüber „Problemgruppen“ in der Nordstadt nicht mittragen.
Nach wie vor sind GRÜNE Ideen nur mit zeitintensiver Überzeugungsarbeit in der Verwaltung zu transportieren. Es ist gut, dass wir mit Waltraud Bonekamp, zuständig für Kinder, Jugend und Schule und mit Wilhelm Steitz für Recht, Ordnung und Umwelt zwei GRÜNE Dezernenten haben. Doch wenn wir die Leitlinien für die Verwaltung neu formulieren und umsetzen wollen, dann geht das nur mit einem GRÜNEN Oberbürgermeister an der Spitze.
Ich nehme die Herausforderung an. Ich will Ihr Oberbürgermeister von Dortmund werden. Denn die Zeit ist reif, reif für Veränderungen. Reif für das GRÜNE Projekt, für den Green New Deal für Dortmund, für eine nachhaltige Umwelt, für gerechte Bildung und soziale Gerechtigkeit.










